CUPID
2025
CUPIDOmarkiert eine entscheidende Wende in Arjan Spannenburgs Werk, das überwiegend von der stillen Abstraktion der Schwarz-Weiß-Fotografie geprägt ist. In dieser Serie ist Farbe keine ästhetische Wahl, sondern ein konzeptionelles Mittel, das direkt auf die Tradition der klassischen europäischen Malerei verweist. Spannenburg schöpft seine Inspiration bei den Alten Meistern, die mit Ölfarbe die Wärme und Lebendigkeit menschlicher Haut einfingen. Durch den Einsatz einer reichen, malerischen Palette inCUPIDO, die Serie rückt die zeitgenössische Fotografie in die Nähe dieser historischen Linie und nähert sich der haptischen Präsenz klassischer Porträtmalerei an, während sie den modernen „Eros“ in seiner gesamten menschlichen Komplexität darstellt.
Erkundung von Verletzlichkeit in Farbe
Die Serie untersucht die emotionale Landschaft der Adoleszenz, die Spannung zwischen Verlangen, Unschuld und Unsicherheit einfangend. Warme Hauttöne und blondes Haar kontrastieren mit tiefen petrolgrünen Hintergründen, wodurch das Erröten der Sehnsucht und Verletzlichkeit, das Schwarz-Weiß verbergen würde, visuell artikuliert wird.
Konzept und Erzählung
Vor dem Hintergrund schattiger, waldreicher Umgebungen zeigt jedes Bild CUPIDO in Momenten des Zögerns und der Reflexion. Die traditionellen Symbole der Macht, weiße Flügel und Pfeile, sind präsent, doch die Haltung der Figur vermittelt die Last von Verantwortung und Zweifel. Diese Bilder laden zur Auseinandersetzung mit universellen Fragen der Liebe ein: Was ist Liebe heute? Ist sie plötzlich und einschlagend oder eine stille, allmähliche Kraft?
CUPIDO wird sowohl zum Boten als auch zum Suchenden. Das Paradoxon der Serie liegt darin, den Liebesgott als verletzlich und unsicher darzustellen, der sich durch die Dunkelheit bewegt und dabei die Werkzeuge des Einflusses trägt. Spannenburg fängt einen Moment der Introspektion ein, in dem Liebe nicht nur eine Idee, sondern eine tief empfundene Last des Herzens ist.




