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Arjan Spannenburg

TOUCH ME 2 (series)

2018

Die Dualität der stillen Bitte

Der Titel dieser Serie, Touch Me 2, trägt ein tiefes sprachliches Gewicht, das die innere Landschaft der Subjekte widerspiegelt. Er fungiert sowohl als numerische Beobachtung des Paares als auch als existenzieller, adverbialer Ruf: „Auch ich verdiene es, berührt zu werden.“ Diese Dualität adressiert die historische und soziale Isolation, die Männer und Jungen oft erfahren, wenn sie ihre bisexuelle oder schwule Identität entdecken. Arjan Spannenburg fängt den exakten Moment ein, in dem die Angst vor gesellschaftlicher Verurteilung auf die unbestreitbare Dringlichkeit menschlichen Verlangens trifft. Die Werke dokumentieren den Mut, der erforderlich ist, um sich zu öffnen, wenn die Welt einem beigebracht hat, distanziert zu bleiben.

Universalismus durch das Fehlen von Farbe

Indem Spannenburg Farbe bewusst entfernt, entkleidet er die Erzählung von zeitgenössischen Signifikanten und Ablenkungen. Die Serie wird zu einer Studie reiner Emotionen und nicht zu einem Bericht über spezifische physische Merkmale. Ohne den Kontext von Hautton, Haarfarbe oder den flüchtigen Trends des Tages erreichen die Bilder eine zeitlose, museale Qualität. Diese ästhetische Wahl stellt sicher, dass sich der Betrachter ganz auf die haptische Erfahrung konzentriert: die Spannung in einer Schulter, der sanfte Druck einer Stirn und die aufkeimende Hoffnung in einer ersten Umarmung. Es ist eine visuelle Sprache, die zur universellen Seele spricht, das Individuum transzendiert, um die kollektive Reise der Selbstfindung und die Rückgewinnung von Intimität darzustellen.

Ein authentischer Weg der Anerkennung

Im Gegensatz zu Werken, die auf historischen Motiven basieren, entspringt Touch Me 2 einem zutiefst persönlichen Raum. Es ist das Ergebnis von Spannenburgs eigenem Entdeckungsweg und seiner intuitiven Wahrnehmung dieser aufkeimenden Emotionen in einer jüngeren Generation. Dies verleiht der Serie einen unverkennbaren Sinn für Wahrheit und Autorität. Die Serie strebt keine Idealisierung an; stattdessen ehrt sie die "beängstigende" Seite der Intimität: das Zögern, die Verletzlichkeit und die schliessliche Erleichterung, gesehen zu werden. Im Kontext von hochwertigen Kunstsammlungen dienen diese Stücke als wichtige kulturelle Wegweiser für das sich entwickelnde männliche Erleben und bieten eine Erzählung von Hoffnung und Entdeckung, die konzeptionell ebenso stringent wie emotional roh ist.

Artworks in this Series (4)

Authority & Context