SIREN (series)
2023
Die Entstehung eines modernen Mythos: Die Unterwanderung der nautischen Legende
Die konzeptionelle Grundlage der SIREN Serie entstand aus einer tiefgreifenden Auseinandersetzung mit historischen Narrativen und der heteronormativen Perspektive der maritimen Folklore. Arjan Spannenburg, der mit den klassischen Sagen der Sirenen bestens vertraut ist, erkannte, dass die traditionelle Darstellung dieser bezaubernden weiblichen Wesen nicht seiner eigenen Sichtweise entsprach. Er begann, über die gelebten Realitäten von Seeleuten aus vergangenen Jahrhunderten zu spekulieren: Männer, die Monate oder Jahre auf Schiffen eingesperrt waren, isoliert von der Welt in einer ausschliesslich männlichen Umgebung. Dies löste eine entscheidende Frage nach der Natur des Verlangens und der Vielfalt menschlicher Erfahrungen auf hoher See aus.
Das männliche Ich-Perspektive auf die Sirene neu interpretiert
Spannenburg hinterfragte die historische Annahme, dass jeder Mann an Bord jener Schiffe ausschliesslich von den Sirenen der Mythologie angezogen wurde. Er stellte sich die Möglichkeit von Männern vor, für die der traditionelle Reiz keine Macht besass, und fragte sich stattdessen, welche Gestalt diese Sirenen annehmen würden, wenn sie eine andere Präferenz widerspiegelten. Diese intellektuelle Neugier führte zu einer kühnen Neuinterpretation des Mythos, wobei die Sirenenfigur an seine eigene ästhetische und emotionale Wahrheit angepasst wurde. Indem er diese legendären Gestalten in junge Männer verwandelte, schlägt Spannenburg eine Brücke zwischen der historischen maritimen Vergangenheit und einer zeitgenössischen queeren Identität und bietet eine anspruchsvolle Auseinandersetzung mit Anziehung, die etablierte künstlerische Motive herausfordert.
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