THE INTERNAL DIALOGUE
2017
Die Verletzlichkeit des verborgenen Ichs
Im Jahr 2017 fand in den stillen, hohen Räumen einer historischen Villa am Herengracht in Amsterdam ein Gespräch statt, das über Worte hinausging. Fine Art Fotograf Arjan Spannenburg traf Joel, einen jungen Mann, der offen schwul lebte, sich aber noch in den privaten, verschwiegeneren Gefilden seiner Fetischidentität zurechtfand.
„Internal Dialogue“ ist die visuelle Essenz dieser Begegnung. Es handelt sich um eine Serie, die aus einer gemeinsamen Erkenntnis geboren wurde: dem Zögern, der Neugier und der Suche nach einem Ort, an dem die tiefsten Wünsche und die öffentliche Persona nebeneinander bestehen können.
Eine Mentorschaft der Authentizität
Die kreative Grundlage dieser Serie wurde durch ein Treffen in New York zwischen Spannenburg und dem gefeierten Künstler Andres Serrano beeinflusst. Serranos Ratschlag, eine "entwaffnende Haltung" beizubehalten, wurde zu einem leitenden Prinzip. Indem Spannenburg die Pracht des Herengracht-Studios zurücknahm und sich ausschließlich auf das Motiv konzentrierte, erreichte er eine seltene Intimität. Dies erlaubte ihm, unabhängig von äußerem Urteil zu bleiben und einen Raum zu schaffen, in dem sowohl Fotograf als auch Subjekt uneingeschränkt sie selbst sein konnten.
Stille inmitten von Unruhe
Technisch gesehen ist die Serie eine Meisterleistung im Gleichgewicht von Licht. Durch die Kombination von Langzeitbelichtungen (Tageslicht) mit der gestochen scharfen, einfrierenden Präzision eines Profoto-Studioblitzlichts fängt Spannenburg eine duale Realität ein.
- Das Rauschen symbolisiert den inneren Lärm und die Fluidität eines sich im Wandel befindenden Selbst.
- Der Blitz fesselt die Wahrheit des Augenblicks, verankert das Subjekt in seiner physischen Form.
Diese Dualität spiegelt den "Inneren Dialog" wider, dem wir uns alle stellen: die Reibung zwischen dem, was wir fühlen, und dem, was wir uns trauen, der Welt zu zeigen.


